Hauptinhalt

Gesundheitsvorsorge | 11.10.2021 | 14:57

Montags wird die Mensa des Krankenhauses Bozen grün

Ab heute, 11. Oktober 2021, wird die Mensa des Krankenhauses Bozen jeden Montag „grün“. Der Grund? Eine Speisekarte mit Gerichten ganz ohne tierische Produkte – zum Wohle der Gesundheit von Mensch, Tier und Erde.

(v.l.) Anna Maria Ramoser, Luca Armanaschi, Michael Kob, Albert Pattis,  Carmela Sampieri, Hermann Hofer, Alexandra Obexer, Florian Zerzer, Umberto Tait e Sante RossiZoomansicht(v.l.) Anna Maria Ramoser, Luca Armanaschi, Michael Kob, Albert Pattis, Carmela Sampieri, Hermann Hofer, Alexandra Obexer, Florian Zerzer, Umberto Tait e Sante Rossi

Das Ziel des Projekts „Green Mondays“, das 2019 den ersten Platz beim „Umwelt & Klima Preis Tirol-Südtirol“ gewonnen hat, ist eine nachhaltigere, gesündere und klimafreundlichere Ernährung.

Im Rahmen des Projekts „Green Mondays“, das vom Dienst für Diätetik und klinische Ernährung des Krankenhauses Bozen in Zusammenarbeit mit der Verwaltung des Gesundheitsbezirks gefördert wird, werden nun jeden Montag in der Mensa des Krankenhauses Bozen ausschließlich Speisen ohne tierische Produkte angeboten. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur ökologischen Nachhaltigkeit geleistet. Die von den Köchen und Köchinnen der Krankenhausküche unter der Leitung von Chefkoch Hermann Hofer eigens kreierten Rezepte sind nicht nur umweltfreundlich, sondern auch gesund und schmackhaft. Ziel ist es, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Gesundheitsbezirks Bozen zu ermutigen, auch bei anderen Gelegenheiten ähnliche Gerichte zu wählen und diese vielleicht sogar ihren Familien vorzuschlagen.

Die hohe Nachfrage nach tierischen Lebensmitteln hat schwerwiegende Auswirkungen auf unsere Umwelt, denn 14,5 Prozent der weltweit ausgeschiedenen Treibhausgase - die erheblich zur globalen Erwärmung beitragen - werden durch Viehzucht erzeugt. Die fünf größten Fleisch- und Molkereiunternehmen der Welt produzieren mehr Treibhausgasemissionen, als alle großen Ölgesellschaften zusammen. Intensivtierhaltungsbetriebe, insbesondere Geflügelfarmen (sowohl für die Fleisch- als auch für die Eierproduktion), sind die zweitgrößte Ursache für Partikelemissionen in den Vereinigten Staaten und werden nur noch von Pellet-, Holz- und Kohleverbrennungsanlagen übertroffen.

Darüber hinaus hat die Viehhaltung auch große Auswirkungen auf den Wasser-, Energie- und Flächenverbrauch. So werden beispielsweise mehr als 110.000 Liter Wasser benötigt, um ein Kilogramm Fleischprotein zu produzieren. Die wachsende Nachfrage nach Fisch und anderen Meerestieren hat ebenfalls negative Auswirkungen auf unseren Planeten: Etwa 60 Prozent der weltweiten Fischbestände sind bereits vollständig erschöpft, weitere 30 Prozent sind stark überfischt.

Die gute Nachricht ist, dass nur sehr wenig nötig ist, um die Situation zu verbessern: An Tagen, an denen keine tierischen Produkte konsumiert werden, sind die CO2-Emissionen pro Person und Tag nicht einmal halb so hoch, wie an Tagen mit Konsum von tierischen Produkten. Ganz zu schweigen von den zahlreichen weiteren Vorteilen, die ein derartiger Verzicht mit sich bringt, sowohl in Bezug auf die Einsparung von Ressourcen als auch hinsichtlich der Verbesserung der eigenen Gesundheit. Zahlreiche Studien der letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass ein hoher Verzehr von Lebensmitteln tierischen Ursprungs das Risiko von Fettleibigkeit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus und verschiedenen Krebsarten erhöht. Man kann also sagen, dass ein übermäßiger Verzehr von tierischem Eiweiß - wie es in den Industrieländern der Fall ist - die Gesamtsterblichkeit zu erhöhen scheint, während die gleiche Menge an Eiweiß pflanzlichen Ursprungs keine negativen Auswirkungen auf die menschliche oder globale Gesundheit zu haben scheint.

Florian Zerzer, Generaldirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebes: „Die Reduzierung des Konsums tierischer Produkte in der menschlichen Ernährung ist eine globale Priorität, sowohl für den Schutz unseres Planeten als auch für die Prävention chronischer Krankheiten. Schon vor zwei Jahren, als das Projekt „Green Mondays“ den ersten Platz beim Umwelt & Klima-Preis Tirol-Südtirol gewonnen hat, habe ich mich für die Einführung dieses Projekts in den Krankenhausmensen ausgesprochen. Wir beginnen jetzt mit der Mensa in Bozen, aber ich hoffe, dass der Vorschlag, montags auf tierische Produkte zu verzichten, bald auch in anderen Mensen, nicht nur in den Krankenhäusern, angenommen und eingeführt wird.“

Umberto Tait, Direktor des Gesundheitsbezirks Bozen: „Es ist mir eine große Freude, meine Amtszeit im Gesundheitsbezirk Bozen mit dem Start eines Projekts abzuschließen, welches das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und die Vorteile eines mindestens einmal wöchentlichen Verzichts auf Fleisch, Eier, Fisch und Milchprodukte schärft. Einmal mehr tritt das Krankenhaus Bozen als Förderer von weitsichtigen Gesundheitsinitiativen auf, die nicht nur für das Wohlbefinden des Einzelnen, sondern auch für das Überleben der Erde wichtig sind.“

Michael Kob, Leiter der Abteilung für Diätetik und klinische Ernährung in Bozen und Projektleiter: "Eine Reduzierung des Konsums von Fleisch und anderen Lebensmitteln tierischen Ursprungs um 15 Prozent würde bereits ausreichen, um die Klimabilanz in Bezug auf die globale Erwärmung, den Wasser- und Energieverbrauch sowie die Landnutzung zu verbessern. Wenn wir alle mindestens einen Tag pro Woche auf tierische Lebensmittel verzichten würden, könnten wir einen großen Beitrag zu unserer eigenen Gesundheit und der unseres Planeten leisten.

Für mehr Informationen und um die von den Köchen der Mensa des Krankenhauses Bozen eigens kreierten Rezepte herunterzuladen: https://www.sabes.it/greenmondays.

Information für die Medien: Abteilung Kommunikation, Marketing und Bürgeranliegen des Südtiroler Sanitätsbetriebes, Tel. 0471 907 138.

Video Pressekonferenz:
https://bit.ly/2YF4Smk  

Interviews Audio und Video:
https://bit.ly/3AvghST 

(TDB/PAS)


Logo Green Monday Zoomansicht Logo Green Monday

Andere Mitteilungen dieser Kategorie