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Coronavirus – Mitteilungen des Südtiroler Sanitätsbetriebes | 26.11.2020 | 15:19

"Südtirol testet": Mit Frühwarnsystem in die nächste Phase

Gestern ist die Aktion "Südtirol testet" offiziell zu Ende gegangen: Bei insgesamt 362.050 Getesteten waren 3615 positiv. Landesrat Widmann erklärte mit den Projektverantwortlichen heute, wie es nun weitergeht.

Bei über 361.000 getesteten Personen ziehen die Verantwortlichen eine positive Bilanz. (Foto: LPA/Ivo Corrà)ZoomansichtBei über 361.000 getesteten Personen ziehen die Verantwortlichen eine positive Bilanz. (Foto: LPA/Ivo Corrà)

Mit einem Frühwarnsystem auf drei Schienen will der Südtiroler Sanitätsbetrieb die Coronavirus-Infektionen in Südtirol ab sofort unter Kontrolle behalten: Dies das Ergebnis einer ersten Analyse nach der Phase 1 des landesweiten Projekts "Südtirol testet", das gestern offiziell zu Ende gegangen ist.

Die Ergebnisse und Folgestrategie haben Gesundheitslandesrat Thomas Widmann, der Generaldirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebes Florian Zerzer und der Projektleiter von "Südtirol testet" Patrick Franzoni heute (26. November) in einer Pressekonferenz vorgestellt.

Frühwarnsystem: Monitor, Kontaktverfolgung, Hotspot-Tests

Die drei Schienen des Frühwarnsystems umfassen zum einen ein Südtirol-Monitoring: Das vom Sanitätsbetrieb zusammen mit dem Statistikinstitut ASTAT und dem Biostatistiker Markus Falk erarbeitete Überwachungssystem sieht wöchentliche Tests von 4000 Personen vor. Sie werden nach Zufallsprinzip ausgewählt und stellen eine repräsentative Stichprobe über die gesamte Südtiroler Bevölkerung dar. Zusätzlich wird wöchentlich eine Stichprobe von 900 Personen im Schulbereich getestet. Die Teilnahme ist in jedem Fall freiwillig. Für diese Tests stehen in ganz Südtirol Einrichtungen zur Verfügung: in Zusammenarbeit mit dem Weißen Kreuz in Innichen, Bruneck, Pedratsches, Gröden, Bozen, Neumarkt, Schlanders und Mals, mit dem Roten Kreuz in Sterzing, Brixen, Bozen und Meran. 

Zweite Schiene ist eine Überwachung auf der Grundlage des bereits bekannten Contact-Tracing. Die Infektionsentwicklung der Gemeinden Südtirols wird dabei anhand mehrerer Indikatoren überwacht. Dadurch können Infektionsherde frühzeitig erkannt werden. 

Als dritten Teil des Frühwarnsystems setzt das Südtiroler Gesundheitswesen immer dann ein Ad-Hoc-Screening-Programm ein, wenn in bestimmten Gebieten oder Teilen der Gesellschaft ein höheres Infektionsaufkommen - also ein Hotspot - auftritt, etwa in stark betroffenen Gemeinden, Unternehmen, Schulen usw.

Isolationsregeln vereinfacht

Schließlich sollen die im Rahmen des Projektes "Südtirol testet" erprobten, einfacheren Regeln für die Isolation positiv Getesteter auch für die Zukunft übernommen werden: So zieht ein positiver Antigentest eine sofortige Isolation und Krankschreibung nach sich. Nach zehn Tagen erfolgt ein PCR-Test. Ist dieser negativ, endet die Isolation damit automatisch. 

Fortgesetzt wird darüber hinaus in Zusammenarbeit mit der Landesumweltagentur die Abwasser-Analyse auf Coronavirus und - sofern nötig - sektorielle Testreihen, wie sie beispielsweise im Sommer bereits im Tourismusbereich vorgenommen worden waren. Fortgesetzt wird auch die Kommunikationskampagne des Landes Südtirol "Jetzt alle". 

Mehr als 362.000 Personen getestet

Die landesweite Aktion "Südtirol testet" mit Antigen-Schnelltests auf das Coronavirus Sars-CoV-2 ist bekanntlich am gestrigen Mittwoch (25. November) offiziell zu Ende gegangen. Die vorläufige Bilanz zum heutigen (26. November) Vormittag (einige wenige Daten sind noch zu erfassen) lautet: Insgesamt 362.050 Personen haben sich dem Corona-Schnelltest unterzogen. 3619 Personen, also 1,0 Prozent aller Getesteten wiesen ein positives Testergebnis auf. Von den 536.667 in Südtirol Ansässigen haben 348.996, also 65,0 Prozent, am landesweiten Test teilgenommen. Zieht man jene 80.000 Personen ab, die aufgrund der Auswahlkriterien nicht zum Test aufgerufen waren, sind das rund 80 Prozent aller zum Test aufgerufenen Menschen in Südtirol. Knapp 13.000 der Getesteten sind somit nicht in Südtirol ansässige Personen. 

Neben den drei Haupttesttagen vom Freitag, 20. bis Sonntag, 22. November hatten die Südtirolerinnen und Südtiroler davor und danach auch weitere 72 Stunden, also bis gestrigen Mittwoch Abend, Zeit, sich bei teilnehmenden Haus- und Basiskinderärzten sowie Apotheken testen zu lassen.

Nach Gesundheitsbezirken aufgeteilt ergibt sich folgende Situation: Im Bezirk Bozen haben sich 166.154 Personen testen lassen, davon wurden 1376 Personen (0,8 %) positiv getestet. Im Bezirk Meran wiesen von 88.860 getesteten Personen 1086 (1,2 %) einen positiven Test auf, im Bezirk Brixen ließen sich 52.618 Personen testen (565 positiv, also 1,1 %). Im Bezirk Bruneck schließlich haben sich 54.418 Personen dem Schnelltest unterzogen, 592 davon mit positivem Testergebnis (1,1 %).

Die vollständigen und aktuellsten Daten zum landesweiten Testvorhaben "Südtirol testet" sind auf dem Portal coronatest.sabes.it einsehbar. Bei den dort abrufbaren Teststationen sind auch die Zahlen aus den Südtiroler Seniorenwohnheimen abrufbar, die sich ebenfalls an der landesweiten Testaktion beteiligt haben.

Die Aufzeichnung der Pressekonferenz ist auf dem youtube-Kanal des Landes Südtirol einsehbar.

Links zu Audios und Videos der Pressekonferenz in hoher Auflösung:

Video Pressekonferenz - Statements und Fragen

Audio Pressekonferenz - Statements und Fragen 

00.02.00.00 Widmann
00.07.40.00 Franzoni
00.10.25.00 Zerzer
00.23.30.00 Fragen
00.26.00.00 Zerzer
00.26.50.00 Widmann

(gst)


Nach den flächendeckenden Antigen-Schnelltests (im Bild) setzt der Sanitätsbetrieb seine Teststrategie nun mit spezifischen Tests bei Gruppen mit höherem Infektionsrisiko fort. (Foto: LPA/Ivo Corrà) Zoomansicht Nach den flächendeckenden Antigen-Schnelltests (im Bild) setzt der Sanitätsbetrieb seine Teststrategie nun mit spezifischen Tests bei Gruppen mit höherem Infektionsrisiko fort. (Foto: LPA/Ivo Corrà)
In der heutigen (26. November) Pressekonferenz: (v.l.) Zerzer, LR Widmann und Franzoni stellten die Folgeaktionen vor, mit denen das Corona-Infektionsgeschehen unter Kontrolle bleiben soll. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) Zoomansicht In der heutigen (26. November) Pressekonferenz: (v.l.) Zerzer, LR Widmann und Franzoni stellten die Folgeaktionen vor, mit denen das Corona-Infektionsgeschehen unter Kontrolle bleiben soll. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri)

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